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Weinvorrat - geht das
ohne Keller? Welcher Wein lässt sich
lagern? Wann genießt man welchen Wein
am besten? Fragen über Fragen,
auf die wir hier einige Antworten und
hilfreiche Tipps geben möchten.
Für den kleinen Weinvorrat zu Hause
brauchen Sie nicht unbedingt den
"idealen" Weinkeller, aber
er sollte keine zu hohen
Temperaturschwankungen aufweisen und
frei sein von Fremdgerüchen.
Nebenbei: Temperaturen zwischen 8 und
12 Grad sind für die weitere
Entwicklung in der Flasche geradezu
ldealbedingungen. Auch in Ihrer
Wohnung können Sie deutsche Weine
problemlos einige Monate lagern. Dazu
brauchen Sie nur ein bisschen Platz
und ein Weinregal, das Sie fast
überall für wenig Geld kaufen
können.
Zwei Punkte sollten
Sie dabei beachten: Verkorkte
Weinflaschen müssen liegen, damit der
Korken immer vom Wein umspült wird
und nicht austrocknen kann. Und der
Wein sollte am kühlsten und
dunkelsten Platz der Wohnung gelagert
werden. Erfreulicherweise sind die
deutschen Weine dank der heutigen
Kellerwirtschaft nicht mehr so
empfindlich wie früher. So schaden
auch etwas höhere Temperaturen
keineswegs, wenn man auf die eine oder
andere Grundregel achtet.
Was braucht der
Wein zum Reifen?
Jeder Wein hat sein
eigenes Leben, ist ein Individualist.
Daher ist auch seine Lebenserwartung
recht unterschiedlich. Je höher die
Qualität, desto besser die
Voraussetzung für eine lange
Lagerung.
Landweine sollte man getrunken haben,
wenn der neue Jahrgang gekeltert ist.
Qualitätsweine präsentieren sich in
jugendlicher Frische meist
gewinnender. Bei Kabinettweinen,
Spätlesen und Auslesen kann man den
Vorrat unbesorgt schon etwas länger
pflegen. Beeren-und
Trockenbeerenauslesen sowie Eisweine
entwickeln ihre volle Reife und
Eleganz in der Regel erst nach Jahren
und können - wie beim Riesling - ein
Lebensalter von mehreren Jahrzehnten
erreichen.
Allgemein gilt: Für
eine lange Lagerung sind ein hoher
Anteil an Extraktstoffen, Säuren,
reifer Süße und Alkohol im Wein
notwendig. Um die frische, elegante
Art eines Weißweines zu erhalten, ist
zum Beispiel das ausgewogene
Verhältnis seiner Inhaltsstoffe die
Voraussetzung. Bei Rotwein kommt
dem Gerbstoffgehalt eine besondere
Bedeutung zu.
Es gibt Jahrgänge, Rebsorten und
Herkünfte, die für eine lange
Lagerung wie geschaffen sind.
Scheuen Sie sich nicht, Ihren
Weinlieferanten zu fragen, welchen
Wein er dafür empfiehlt. Sogar
Weine aus Kaisers Zeiten schmecken
mitunter noch immer großartig und
werden heute sogar versteigert. Das
zeigt, dass Weine, die gut eingekauft
und gelagert wurden, auch eine
Geldanlage sein können. Für die
meisten Weintrinker ist diese
Wertsteigerung allerdings nicht so
wichtig wie die Genusssteigerung und
die Erinnerung an die langen Jahre, in
denen dieser Wein langsam gereift ist.
Fragen Sie sich selbst, welchen Wein
Sie schätzen oder zu welchen
Gelegenheiten Sie gern welchen Wein
trinken. Machen Sie sich ruhig
Notizen, probieren Sie ausführlich,
bevor Sie Ihr kleines eigenes
Weinlager einrichten. Und: Lassen Sie
sich von Ihrem Weinhändler oder Ihrem
Winzer beraten.
Schließlich kommt es
beim Wein, den Sie lagern, vor allem
auf Ihren ganz persönlichen Geschmack
und Ihre Bedürfnisse an. Haben
Sie erst einmal den Grundstock gelegt,
wird Ihre Freude am Wein ganz gewiss
von selbst wachsen.
Der besondere Reiz
alter Jahrgänge
Ob Sie bei der
Verlobung eine Flasche Wein aus dem
Geburtsjahr von Braut oder Bräutigam
entkorken oder bei der Silberhochzeit
den Wein von der Hochzeitstafel vor 25
Jahren trinken - der Genuss alter
Weine ist ein ganz besonderes
Vergnügen. Zum einen kann ein reifer
Wein sehr wohlschmeckend und
bekömmlich sein. Zum anderen muss man
ihn jedoch immer wieder probieren, da
der Wein, während er ruhig liegt,
weiterlebt, reift, sich verändert.
Deswegen sollte man den Vorrat eines
Weines so bemessen, dass man
gelegentlich eine Probe machen kann.
So kann man die Entwicklung und den
Reifeverlauf eines Weines genau
mitverfolgen. Vor diesem Hintergrund
gilt die Faustregel, eher 3 x 30
Flaschen als 30 x nur 3 Flaschen eines
Weines zu lagern.
Die Zeit der vollendeten Reife
herauszuschmecken und den Wein dann
auf seinem Höhepunkt bei einer
Festlichkeit zu trinken, ist für
viele Weinkenner die schönste Freude.
Sie erfordert jedoch auch ein wenig
Übung und Sie sollten sich auch hier
den Rat von Fachleuten einholen
- zum Beispiel über Fachbücher
oder spezielle Weinseminare zum Thema. |